Jude Warrington

   
 


 

 

Home

Weibliche Charaktere

Männliche Charaktere

=> Peet McPaul

=> Sean Parker

=> Galamthyel Jefaridas de LaFarette

=> Lucien de Maime-Oxwell

=> Arthur Paulinger

=> Mr. Francis George Conelly

=> Kenai Howahkan

=> Jude Warrington

=> Callum Darkman

=> Isaac Logan Formen

Rollenspiele

Gästebuch

»The Masquerade«

The Never Never Land

Winterwonderland

 


     
 

Jude Warrington

Name: Jude Warrington
Nickname: /
Age: 23

 

»An english gentleman, that's what I am!«




Der junge Mann wirft noch einen letzten Blick in den Spiegel, bevor er sich auf den Weg nach draußen machen will. Seine grauen, stechenden Augen wirken an diesem besonderen Tag traurig. Auch die Mundwinkel sind für Außenstehende kaum sichtbar leicht nach unten gezogen. Er fährt sich noch einmal durch die kurzen, dreckig blonden Haare, die er selbst für heute nicht gebändigt bekommen hatte. Wie sonst auch stehen sie in alle möglichen Richtungen ab und wieder einmal erinnert er sich mit Grauen an die Zeit, in der er sie lang getragen hatte.
Die Augenbrauen verziehen sich, als er seinen Aufzug betrachtet. Den tiefschwarzen Anzug mit passendem schwarzen Hemd zieht er fast nie an. Nur an Anlässen, wie den heutigen.
Mit einer geübten Bewegung richtet er den Knoten der – ebenfalls schwarzen – Krawatte, greift zur Türklinke und drückt diese herunter. Der Raum, in den er tritt, scheint erstickend gefüllt zu sein mit Traurigkeit, die sich wie ein kleiner Dämon an allen Anwesenden fest gekrallt hat. Hier und da sieht man mal ein kleines Lächeln. Doch sie wirken gezwungen, nicht ehrlich und irgendwie fehl am Platz.
Der junge Mann wird kaum angesprochen. Die meisten Leute gehen ihm aus dem Weg. Nach seinem Ausbruch auf der Beerdigung ist es den meisten Leute unangenehm, ihm gegenüber zu treten. So etwas hatte noch keiner von einem der Warrington-Jungs gesehen. Sie alle waren wohl erzogen, stark und beherrscht. Und obwohl man es ihm kaum übelnehmen konnte, nach allem, was passiert war, so wussten die Leute dennoch nicht, wie sie nun mit ihm umzugehen hatten. Jetzt, wo er Ihnen seine verletzliche Seite gezeigt hatte.

Er hörte zwischendurch ein paar Mal getuschel, wenn er vorbei lief. Es wurde darüber gesprochen, dass das alles nicht geschehen wäre, wenn er in England geblieben wäre und nicht nach Amerika gegangen wäre. Warum er überhaupt wieder hierher zurück gekommen war, wo ihm seine Familie doch die letzten Jahre so wenig bedeutet hatten.
Dies alles, solche Kommentare, ertränkte Jude in einem tiefen Glas Champagner.

 

Jude wuchs in England auf dem Land auf. Seine Eltern waren sehr wohlhabende Menschen bzw Werwölfe, die sehr viel Acht auf ihr Erscheinungsbild gaben – Einzeln und als Familie! Die Warrington-Jungs, drei an der Zahl, sahen sich alle sehr ähnlich. Sie alle hatten blondes Haar, graue Augen und waren gut gebaut. Aber nicht nur ihm Aussehen ähnelten sie sich, sondern auch im Verhalten. Gut erzogen, höflich und der Inbegriff eines englischen Gentlemans waren sie der Traum einer jeden Mutter. Eine Schwester hatten die Warrington-Jungs nie.
Jude allerdings entschloss sich entgegen aller Erwartungen, nach Amerika auf die University zu gehen und verließ dadurch seine Familie, sein Pack. Es wurde ihm lange übel genommen, doch sobald sich alle an die Umstellung gewöhnt hatten, war es ihm wieder erlaubt, sie öfter besuchen zu kommen. Als vor einer Woche dann sein jüngster Bruder in einen Autounfall – er wollte Jude in Amerika besuchen kommen und war deshalb auf dem Weg zum Flughafen – verstrickt war und darin starb, gaben viele Jude die Schuld daran.

 

»Du gehst schon wieder?« die Frau, die vor ihm stand war nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ihre eingefallenen Wangen zeugten von den Nächten, die sie schlaflos verbracht hatte. Weinend.
»Es hält mich nichts hier.« erwiderte der junge Mann, fuhr sich wieder einmal durch die Haare. Ihre Schultern sanken gen Boden, als sie leicht den Kopf schüttelte.

»Wir sind deine Familie, Jude.« sagte sie und schaute ihm direkt in die Augen. »Ist dir das denn garnichts wert?«
»Diese ganzen Regeln, deine Parties, die Termine; das ist mir alles zu viel. Ich fühle mich hier erdrückt und eingesperrt. In Amerika kann ich machen was ich will. Es tut mir Leid, aber ich muss wieder zurück, Mutter.« Mit einem fast schlechten Gewissen sieht er zu, wie eine kleine Träne sich den Weg über die Wange seiner Mutter bahnt. Er schüttelt leicht den Kopf, schmeißt als letztes noch den schwarzen Anzug, den er vor einigen Tagen auf der Beerdigung getragen hatte, in seinen Koffer und lässt ihn dann mit einem schnappenden Geräusch zu fallen. Sie steht die ganze Zeit über da, ohne sich zu regen.
Es tat ihm Leid, sie hier alleine zu lassen. Aber sie hatte immer noch Edward, ihren Mann, seinen Vater. Und Charles, seinen anderen Bruder. Die beiden würden sie nie verlassen. Aber Jude war nicht so, wie die beiden. Er wollte etwas erleben. Er wollte nicht eingesperrt sein in ein Gefängnis voller Events, auf denen er sich von seiner Schokoladenseite zu zeigen hatte.
In Amerika erkannte ihn niemand. Er war nicht besser oder schlechter als jeder andere dort. Und so hatte er sich vor zwei Jahren dazu entschlossen, dort hin auszuwandern. Er war dem Kuna-Pack beigetreten, das sich in ständiger Feindschaft mit dem Dakabi-Pack befand. New York war eine unglaubliche Stadt.

»Es tut mir Leid, Mama. Ich hab dich lieb!« Vorsichtig, als könnte die eingefallene Frau zerbrechen, umarmte er ihre zierliche Statur und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, bevor er, ohne sich noch einmal umzudrehen, aus dem Haus stürmte und in das Taxi einstieg, das vor der Tür wartete und ihn zum Flughafen bringen würde.

 
 

Heute waren schon 1 Besucher (4 Hits) hier!